Erste Vergütungsstudie für die Brauereiwirtschaft - Variable Gehälter
sind auf dem Vormarsch
Köln - Schlechte Nachrichten für Biertrinker: Der Verzehr des beliebten
Gerstensaftes wird teurer. Die Ursache sind nicht unangemessene Forderungen der
Brauereien, sondern die Begehrlichkeiten des Staates. Die Erhöhung der
Biersteuer führt dazu, dass die Kiste Bier rund 50 Cent mehr kosten wird. Die
Steuererhöhung trifft nach Ansicht von Fachleuten in unverhältnismässiger
Weise eine Branche, die stark mittelständisch geprägt ist. Der Konkurrenzkampf
bei den Brauereien ist insgesamt härter geworden. Kleine und mittlere Betriebe
sehen sich den Übernahmegelüsten der grösseren Konkurrenz ausgesetzt. Vor
diesem Hintergrund steigt die Bedeutung der Kostenfaktoren. Ein Beispiel ist die
Vergütung. Mit der Brauerei-Vergütungsstudie der Versuchs- und Lehranstalt für
Brauerei (VLB) in Berlin http://www.vlb-berlin.org in Zusammenarbeit mit der
Kirch Personalberatung in Köln http://www.kirchconsult.de stehen der Branche
erstmals vergütungsrelevante Informationen für die Ressorts Vertrieb und
Marketing sowie personalwirtschaftliche Benchmarks zur Verfügung.
Als Teilnehmer der Untersuchung konnte die VLB kleinere Brauereien mit bis zu
200 Mitarbeitern, mittlere zwischen 500 und 1.000 Mitarbeitern und grosse mit über
1.000 Mitarbeitern gewinnen. Neben Vergütungsdaten erfasst die Studie zusätzlich
Kennzahlen wie Kranken-, Fluktuations-, Ausbildungs-, Behinderten-,
Personalkosten- und Personalentwicklungskostenquoten. Ein Ergebnis: Die
Personalleiter der befragten Betriebe halten die Reduktion der Personalkosten für
ein besonders wichtiges Thema. Weitere Resultate: Führungskräfte in Vertrieb
und Handel liegen bei den durchschnittlichen Jahresgesamtbezügen mit 112.000
Euro vor den Führungskräften der ersten Ebene in der Gastronomie. Allerdings
ist die Spannweite der gezahlten Jahresgesamtbezüge bei der ersten Führungsebene
in der Gastronomie deutlich höher. Das obere Viertel liegt bei 135.000 Euro, während
das untere bei nur 83.000 Euro liegt.
Deutliche Gehaltssteigerungen resultieren auch in Brauereien aus höherem
Lebensalter und einer bestimmten Positions- und Unternehmenszugehörigkeit. Männer
verdienen im Schnitt 24 Prozent mehr als ihre Kolleginnen. Variable Gehälter
sind auf dem Vormarsch. So erhalten durchschnittlich 51 Prozent der befragten
Studienteilnehmer eine variable Vergütung. Andere deutsche Unternehmen sind
hier allerdings schon wesentlich weiter. Prämien werden als alleinige Form der
variablen Vergütung im Call Center häufig als Jahresabschlusszahlung gewährt.
Bonuszahlungen sind im Gegensatz zu Prämien an die Leistung des Mitarbeiters im
Unternehmen geknüpft. Die Studienteilnehmer nannten als Grundlage für die
Zahlung von Boni die Bezugsgrössen Beurteilung, Zielvereinbarung, Umsatzgrösse
und Gewinn. Nur wenige Teilnehmer gaben an, die Beurteilung sei die Grundlage
ihrer Bonuszahlung. "Interessant ist dieses Verfahren allerdings im
Zusammenhang mit der Methode des 360-Grad-Feedbacks, das neben seiner
Kommunikationswirkung - wenn die entsprechenden Grundvoraussetzungen im
Unternehmen gegeben sind - auch als beurteilungs- und vergütungsrelevantes
Instrument eingesetzt werden kann", erläutert Marc Emde, Mitautor der
Studie und Mitglied der Geschäftsleitung der Kirch Personalberatung in Köln.
In Deutschland gibt es rund 1.200 Brauereien, wobei die Hälfte reine
Gasthausbetriebe sind. Interessenten können die Studie über die Adresse
http://www.kirchconsult.de bestellen, wobei Mitglieder des VLB günstigere
Konditionen haben.
Dieser Artikel wurde am Montag, 05. Mai 2008 eingetragen.